Ikonenwerkstatt

Atelier für historische Malerei

Ikonenmalen



shapeimage_3

Was sind Ikonen?
 
Ikonen sind "Fenster in die Ewigkeit". Und schaffen gleichzeitig ein Brücke sowie Distanz zwischen dem Betrachter und Gott.

Ikonen werden auf ein mit Kreide grundiertes und geschliffenes Holzbrett gemalt. Meistens wird Lindenholz oder eine andere harzfreie Holzart genommen. Der Ikonenmaler erstellt eine genaue Kopie seiner Vorlage (Vorzeichnung). Nun werden Hintergrund sowie Heiligenscheine vergoldet. Danach wird die Zeichnung in ihren dunkelsten Farben ausgemalt.
 
Die Farben mit denen der Ikonenmaler malt, bestehen aus Pigmenten und einem Bindemittel, der so genannten Ei-Tempera. Gemalt wird in sehr dünnen Schichten. Vom Unwesentlichen zum Wesentlichen fortschreitend. Also vom Hintergrund, den Bergen, Gebäuden, Füssen, Händen zum Gesicht. Schliesslich werden die Farben schichtweise aufgehellt, bis zum hellsten Licht.
 
Der Ikonenmaler versucht, in seinem Bild das Tabor-Licht, die Verklärung Christi auf dem Berge Tabor, in den heiligen Geschehnissen und in den heiligen Gestalten darzustellen: vom Dunkel ins Helle, von der blossen Materie zum göttlichen Glanz.
 
Wenn die Ikone fertig gemalt ist, wird sie beschriftet. Das ist keine formale Forderung, sondern ergibt sich aus dem orthodoxen Bildverständnis. Eine nicht beschriftete Ikone würde auch nicht zur Weihe zugelassen, ohne die wiederum eine Ikone nicht als liturgischer Gegenstand gelten kann.
 
Bei der Ikonen-Weihe wird die Ikone mit Weihrauch beräuchert und mit Myronöl gesalbt. Ikonen, die für das Haus bestimmt sind, lässt man oft einige Monate unter dem Altar der Kirche aufbewahren, wodurch sie in den Augen der Gläubigen noch deutlicher zum verehrungswürdigen Kultgegenstand werden.
  

  shapeimage_2-2        Neue Bilder 071 pastedGraphic


Orthodoxe Kirche
Gottesdienst und Frömmigkeit der Orthodoxen Kirche, ihre Symbole, Zeichen, Handlungen:
Das orthodoxe gottesdienstliche Leben und die orthodoxe gottesdienstliche Frömmigkeit sind durch eine reiche und grosse Vielfalt von Zeichen, Symbolen und Handlungen, Kerzen, Licht, Kreuzes-zeichen, Ikonen, Weihrauch, Brot, Wasser etc. bestimmt.
 
Jeder orthodoxe Christ zündet beim Betreten der Kirche eine oder mehrere Kerzen an, bekreuzigt sich und verehrt und begrüsst die Ikonen.
 
Orthodoxe Christen machen, im Gegensatz zu den Katholiken, das Kreuzeszeichen von rechts nach links (Stirn, Bauch, rechte Schulter, linke Schulter und wieder Bauch) indem sie Daumen, Zeige- und Mittelfinger zum Zeichen der Heiligen Dreifaltigkeit zusammenfalten und dabei beten:
"Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme dich unser, Amen!"
 
Man betet Ikonen an und verehrt sie. Die gebräuchlichste und intensivste Art, Verehrung zu bezeugen, ist der Kuss. Auch heute noch ist das Küssen der Ikonen ein Höhepunkt der Liturgie der Ostkirche. Im Orient war das Küssen heiliger Gegenstände, der kultische Kuss, nichts Ungewöhnliches. Selbst die römischen Kaiser der Spätzeit liessen es zu, dass ihre Bilder eine ebensolche Verehrung genossen wie sie selbst. Dabei mag die Vorstellung mitgespielt haben, dass bei der Berührung des Mundes mit dem geheiligten Bild etwas von der Kraft und dem Wesen der dargestellten Person auf den Küssenden übergeht.
 
Tiefe Verbeugung, oft bis zum Boden, ist auch heute noch üblich, wenn ein orthodoxer Gläubiger einen Raum betritt, in dem eine Ikone steht. Und er tut dies als erstes, bevor er die Anwesenden, den Gastgeber eingeschlossen, begrüsst.
 

Malkurse
Möchten Sie mehr über die geheimnisvolle Welt und Technik der Ikonemalerei, Märchenmalerei oder Buchmalerei erfahren? So würde es mich sehr freuen, Sie in einem meiner Malkurse persönlich zu begrüssen und zu begleiten.